Gegen Krebs und Zweifel
Es war beim Feierabendbier mit seinen Forscherkollegen, als einer sein Glas hob und daran erinnerte, wie der Pharmagigant Roche mit seinem Krebsmedikament «Tecentriq» herbe Rückschläge erlitten hatte. Der andere bemerkte, dass sich die Forscher von Roche bloss auf eine Krebszellenantenne konzentriert hätten, wo es doch deren zwei gebe – zwei Proteine, an die sich die Antikörper binden könnten.
Die Forscher um Peter Cron ahnten, dass die zweite Antenne der Krebszelle die Finger mit im Spiel hatte. Hinweise darauf, dass sie auf dem richtigen Weg waren, liessen nicht lange auf sich warten. Aus einer Vielzahl von Firmen wurde Peters Unternehmen «Abba Therapeutics» ausgewählt. «Es sind auf unglaubliche Weise Türen aufgegangen. Wir haben Geld erhalten, teures Equipment wurde uns geschenkt.»
Tatsächlich war schon bald das entscheidende Antigen als der passende Schlüssel aus Tausenden von Kandidaten gefunden – mit der Bezeichnung «Abba19». Und die Vision war geboren: «Wir entwickeln ein Medikament, das sofortige Heilung bringt, besser als alles, was auf dem Markt ist, weil es das Immunsystem freisetzt, den Krebs selbst zu zerstören.» In Kombination mit Roches «Tecentriq» müsse «Abba 19» gegen den Krebs einschlagen wie eine Atombombe, sagt Peter Cron. Für ihn schwingt in den Abba-Buchstaben eine stille Hommage mit an Abba – was im Hebräischen auch für den himmlischen Vater steht.
Wenn der Heilige Geist auftaucht
Dass Peter Cron diesen «Abba» nicht nur als wissenschaftliches Kürzel verstand, hat tiefe Wurzeln: Mit acht Jahren, während der Vorbereitung zur Firmung, hörte er den Priester sagen: «So, jetzt wisst ihr alles über Gott.» Peter, noch ganz Kind, reagierte verblüffend: «Nein, ich weiss gar nichts über Gott – Gott, zeig mir, was Religion ist.»
Während eines späteren Gottesdienstes, als die Gemeinde das alte Kirchenlied «Grosser Gott, wir loben dich» anstimmte, überkam ihn ein Gefühl, das er selbst viele Jahre später als «durchdrungen vom Heiligen Geist» beschreiben sollte – eine tiefe, körperliche Erfahrung von Gegenwart: nicht Religion, sondern Gott selbst. Wie so vieles, was tief geht, verblasste diese Erinnerung – überlagert vom Alltag, von Schule, Studium und Lebensentscheidungen. Doch sie verschwand nie ganz. Und möglicherweise ist diese Begegnung mit dem Allerhöchsten mitverantwortlich, dass der Forscher Rückschläge bei der Entwicklung seines neuen Krebsmedikaments hinnehmen kann, ohne die Hoffnung zu verlieren.
«Unerforschliche Pfade»
Einerseits kamen die Rückschläge in Form menschlicher Willkür, als ein chinesischer Forscherkollege ins Visier der US-Justiz geriet. Andererseits blieb in einem Versuch das Ergebnis schwach sichtbar. Den Glauben und die Hoffnung, den Schlüssel zu finden und Krebspatienten zu helfen, hat Peter nicht verloren. Auswendig zitiert er eine Bibelstelle: «Welch Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes … wie unauffindbar sind seine Pfade.» So gilt für Peter Cron, was für jeden Suchenden gilt: dass die Umwege nicht das Ziel verhindern, sondern es mitunter erst möglich machen.
FÜR WERTEBASIERTE FÜHRUNG
Peter Cron zählt 2026 zu den Gewinnern des «Heroes of Hope»-Awards. Schon zum vierten Mal in Folge haben das goMagazin und goUnity unternehmerische Persönlichkeiten aus der Schweiz und Deutschland ausgezeichnet, die Hoffnung verbreiten. goUnity ist eine Bewegung, die Menschen in Verantwortung zum Dialog über Leadership, Gott und die Welt einlädt.