Die Banyamulenge demonstrieren gegen Drohnen und Bomben
In grosser Verzweiflung und Empörung versammelte sich die Banyamulenge-Gemeinschaft von Minembwe in der Demokratischen Republik Kongo im Februar, um gegen die anhaltenden Angriffe durch Schüsse und Bomben in allen Teilen ihres Gebiets zu protestieren. Hunderte Drohnen und taktische Bomberflugzeuge, die vermutlich auf unterschiedliche Milizen zurückzuführen sind, verursachen täglich Terror und Verzweiflung.
«Gespräche mit Freunden und Familie in meiner Heimat sind herzzerreissend», berichtet der einst einheimische Reverend Prosper, der im Jahr 2024 aus seiner Heimat nach Australien floh. «Ich sehe mich gezwungen, überall, wo ich kann, Alarm zu schlagen, weil die meisten Mainstream-Medien kein Interesse daran zeigen, über die Gräueltaten an den Banyamulenge zu berichten.»
Stimmen bleiben unerhört
Die lokalen Stimmen bleiben ungehört. «Multinationale Unternehmen wollen keine Verantwortung zu übernehmen. Sie sind zu sehr darauf bedacht, Zugang zu den Blutmineralien zu erhalten.»
Ob aus Unwissenheit oder bewusster Vermeidung, «Gläubige und Ungläubige im In- und Ausland bleiben still». Niemand wage es, «sich diesem ungezügelten und hemmungslosen Bösen entgegenzustellen oder es zu verurteilen – auch keine Menschenrechts- oder humanitären Organisationen».
Reverend Prosper bedauert: «Seit Jahren warte ich darauf, wenigstens eine Stimme von lokalen, nationalen oder internationalen christlichen Organisationen zu hören, die dieses Thema anspricht. Bedauerlicherweise erhob sich keine Stimme, während dieses Übel wucherte – und nun geschieht es massenhaft am helllichten Tag.»
«Die meisten wissen, was geschieht!»
Es gebe zahlreiche glaubensbasierte Missionen und humanitäre Organisationen in der Region der Grossen Seen sowie viele Kirchen, die mit internationalen Denominationsnetzwerken verbunden sind. «Ich bin mir sicher, dass die meisten von ihnen wissen, was geschieht. Dieses fragwürdige Schweigen lässt mich fragen, warum diese stumme Haltung angesichts der Schwere der offensichtlichen Verbrechen gegen unbewaffnete Zivilisten – Verbrechen gegen die Menschlichkeit – anhält.»
So wurden unlängst drei Kirchen zerstört. «Die Zerstörung dieser Kirchen und des Eigentums in der Stadt Uvira ist und bleibt ein klares Zeichen dafür, dass die Regierung der DRK an diesem Pogrom beteiligt ist und es unterstützt – und sogar eine bewaffnete Miliz namens ‘Wazalendo’ belohnt.»
Pastor gedemütigt und geschlagen
«Ich war fassungslos, als ich sah, wie mein Englischlehrer, ein Pastor und sehr bescheidener Mann, öffentlich geschlagen und gedemütigt wurde. Während die ‘Wazalendo’ von Haus zu Haus gingen, wurde mein lieber Freund verhaftet, gefoltert und öffentlich durch die Stadt geführt.»
Bis heute wurden über 450 Dörfer in der Region zerstört. «Lebensgrundlagen wurden vernichtet, Hoffnungen ausgelöscht. Mehr als 700’000 Rinder wurden gestohlen oder geschlachtet, und schätzungsweise 80 Prozent der Bevölkerung wurden ins Exil gezwungen. Wenn sie nicht abrupt gestoppt werden, werden diese Handlungen zur vollständigen oder teilweisen Auslöschung des gesamten Banyamulenge-Volkes in dieser Region führen – allein aufgrund dessen, wer sie sind und weil sie auf einem potenziell mineralienreichen Land leben.»
Ein dringlicher Aufruf
Dies ist eine existenzielle Bedrohung für das Volk von Reverend Prosper, «und mit jedem Tag steigt die Zahl der Toten, während das Trauma unter denen wächst, die auf den nächsten Schwarm von Drohnenangriffen oder das Heulen herannahender Bomberjets warten. Für diejenigen, die nicht direkt betroffen sind, ist es allzu leicht, die Augen und Ohren vor Leid und Unrecht zu verschliessen. Es ist bequem, Sorgfaltspflichten zu ignorieren, bis wir selbst mit einer Tragödie konfrontiert werden.»
Deshalb ruft er die globale Kirche dazu auf, «ihrer Verantwortung gegenüber meinem Volk, den Banyamulenge, nachzukommen und gegen das schwere Unrecht zu protestieren, das ihnen angetan wird. Lasst uns gemeinsam mit einer Stimme aufstehen.»
Die Geschichte sei arrogant: «Sie wird von den Mächtigen geschrieben. Wie ein afrikanisches Sprichwort sagt: ‘Solange der Löwe nicht schreiben lernt, wird jede Geschichte den Jäger verherrlichen.’ Möge die globale Kirche vom prominenten deutschen lutherischen Pastor Martin Niemöller lernen, einem ehemaligen Sympathisanten und Förderer nationalsozialistischer Ideale, der während der letzten acht Jahre der NS-Herrschaft (1937–1945) in einem Konzentrationslager inhaftiert war und über seine frühere Loyalität reflektierte. Von ihm stammt dieses Vermächtnis – eine Warnung an uns alle: ‘Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschaftler. Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.’»
Zum Thema:
Hunderte Zivilisten getötet: Islamistische Milizen nutzen das Chaos im Kongo aus
Der «vergessene» Krieg: DR Kongo: 70 Christen in Kirche getötet
Inmitten der Schwierigkeiten: Grosses Wachstum durch Jüngerschaftsbewegung in der DR Kongo