Indischer Pastor wandelt fest auf den Spuren Jesu
Nachdem er als junger Mann aufgrund seiner Arbeit nach Gujarat gezogen war, wurde Ramnivas unruhig. Eines Abends tippte er in sein Handy: «Wer ist Gott?» Die Suchergebnisse erwähnten sowohl Allah als auch Jesus. «Ich dachte, wenn Jesus Christus Gott ist, sollte ich über ihn Bescheid wissen», erinnert er sich. Er fand eine örtliche Kirche, doch als der Pastor ihn in einem T-Shirt statt in Priestergewändern begrüsste, stürmte Ramnivas wütend hinaus.
«Der Pastor lächelte und bat mich, mich zu setzen», erzählte er später. «Er gab mir ein Neues Testament. Als ich es las, regte sich etwas in meinem Herzen.» Bald bat er um eine vollständige Bibel – und während er las, wurden die Worte lebendig. «Die Kraft des Wortes ergriff mein Herz», sagte er. «Ich übergab mein Leben Jesus Christus.»
Die Berufung, die ihren Preis hatte
Ramnivas wurde getauft, besuchte eine Bibelschule und kehrte mit einer klaren Vision nach Hause zurück: das Evangelium zu seinem eigenen Volk zu bringen. «Von dem Tag an, als ich Christus begegnete, sehnte ich mich danach, in meinem Dorf zu predigen», sagte er. Doch diese Berufung hatte ihren Preis. Seine Familie verstiess ihn. Nachbarn verspotteten ihn. Lokale Aghora-Anhänger, Asketen, die Shiva verehren und mit Asche bedeckt durch die Strassen ziehen, griffen ihn wiederholt an, weil er christliche Filme zeigte und mit Dorfbewohnern betete.
Dennoch weigerte sich Ramnivas aufzuhören. «Ich weiss, das Evangelium zu predigen ist nicht einfach», sagte er. «Aber ich muss Gott gehorchen.» Als Nachbarn ihn beschuldigten, «einen fremden Glauben zu verbreiten», schlug ein Mob ihn und zwei andere Gläubige mit Stahlstangen. Die Polizei nahm zunächst die Christen statt der Angreifer fest, doch sie wurden am nächsten Morgen freigelassen, nachdem Rechtsanwälte eingegriffen hatten.
Trotz wiederholter Übergriffe arbeitet Ramnivas weiterhin als Pastor in seinem Dorf. «Gott weiss, dass ich mich nicht selbst schützen kann», sagte er. «Aber ich vertraue ihm. Selbst wenn sie mich wieder angreifen, werde ich weiter die Gute Nachricht predigen.»
In einer Region, in der die Verfolgung zunimmt, geht dieser einbeinige Pastor fest in den Fussspuren Jesu – standhaft, mutig und voller Gnade.
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