Der Weg eines BBC-Moderators zum Christen
David Harper betrachtete sich selbst als Agnostiker, als er begann, sich mit dem Christentum auseinanderzusetzen, nachdem seine Tochter Christin geworden war und ihre schwere Depression überwunden hatte.
Harper wuchs in einem nicht-religiösen Haushalt auf und beschreibt seine Familie als «hoch moralisch». Er war verwurzelt im Säkularismus und geprägt von einer Kultur, die Glauben oft als intellektuelle Schwäche darstellte. «Gott spielte nie eine Rolle», erzählte Harper der Christian Post über seine frühe Kindheit.
Keine Hoffnung mehr
Harpers geistliche Reise begann, nachdem seine Tochter Hetti zum Christentum konvertiert war und eine dramatische persönliche Veränderung durchgemacht hatte. Hetti, die heute 30 Jahre alt ist, wurde «aussergewöhnlich depressiv», nachdem sie mit etwa 20 Jahren von zu Hause weggegangen und nach London gezogen war.
«Meine Tochter hatte jahrelang mit psychischen Problemen und Selbstverletzung zu kämpfen. Sie nahm Antidepressiva und besuchte Therapien, aber sie versank immer tiefer in Verzweiflung. Nichts half ihr», erinnert sich Harper. «Man sagte ihr praktisch, ohne es direkt auszusprechen: ‚Wir können nichts für dich tun.‘ Man riet ihr, sich nach etwas Spirituellem umzusehen.»
«Ich hörte sie lachen»
Der Vater war unsicher, wie er seiner Tochter helfen konnte, aber er war ermutigt, als Hetti ihm erzählte, dass sie in die Kirche ging und darüber nachdachte, Christin zu werden.
Harper war froh, dass seine Tochter einen Weg eingeschlagen hatte, der sie glücklich zu machen schien. «Ich habe sie 15 Monate lang beobachtet und begleitet, und die Veränderungen bei diesem Mädchen waren verblüffend», so der BBC-Moderator. «Ich hörte sie lachen und kichern, und ich erinnere mich, dass ich dachte: ‚Ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals wieder in meinem Leben hören würde.‘»
Nachdem sie Christus angenommen hatte, sah ihr Vater eine Freude in ihren Augen strahlen, die er vorher nicht gesehen hatte. Ihre körperliche Gesundheit verbesserte sich und ihre chronischen Schmerzen liessen allmählich nach.
Selbst zu Jesus hingezogen
«Während der 15 Monate, in denen ich sie beobachtete, merkte ich, dass ich mich selbst zu Jesus hingezogen fühlte», sagt Harper heute. «Ich glaube, er hat an meine Tür geklopft. Es passierten Dinge.» Er setzte sich hin und wollte einfach mal ein paar Stunden nachforschen, was er für eine einfache Frage hielt: «Was ist am Christentum dran, dass es Menschen verändert?»
Aus diesen paar Stunden wurden elf Monate. «Diese Reise begann damals und dauerte ohne Unterbrechung elf Monate lang, sieben Tage die Woche.» Monatelang studierte Harper Argumente für die Existenz Gottes, hinterfragte die Evolutionstheorie und untersuchte historische Behauptungen rund um die Auferstehung Jesu. Es wurde ein Buchprojekt daraus.
Der Teil über Jesus und die Auferstehung dauerte sechs Wochen. «Wenn die Auferstehung wahr ist, dann ist alles wahr. Und ich dachte, wenn die Auferstehung wahr ist, dann ist Jesus Gott», argumentierte er. «Also habe ich mir alle Untersuchungen und die besten Argumente gegen die Auferstehung aus 2000 Jahren angesehen, und niemand hat sie widerlegen können.»
Für Harper kam es zu einer, wie er es beschrieb, «akademischen» und «intellektuellen» Entscheidung, die Existenz eines Schöpfers und die Wahrheit der Auferstehung zu akzeptieren.
Aber er spürte, dass noch etwas fehlte.
Die 18-Zoll-Distanz
«Ich glaubte in meinem Kopf, dass etwas richtig und wahr war, aber nicht in meinem Körper, meiner Seele, meinem Herzen.» Er erlebte intensive Emotionen, Freude und Angst, die er sich nicht erklären konnte. Trotz allem konnte er Jesus nicht aus seinem Kopf streichen.
Ein Video von John Lennox über einen Studenten, der selbst durch Christus von Depressionen geheilt worden war, veränderte alles. «Dieses Video traf mich wie ein D-Zug», sagt Harper heute. «Denn mir wurde klar, dass, obwohl ich all diese Beweise gesammelt hatte, der wahre Beweis für die Wahrheit des Christentums die Verwandlung ist, die in der Seele eines Menschen geschieht.» Er erkannte, dass die Antwort ihm seit Monaten, ja sogar Jahren «vor Augen stand», aber er hatte sie einfach übersehen.
Der Glaube fiel vom Kopf ins Herz. «In diesem Moment wurde mir klar: Es war Jesus Christus, der meiner Tochter buchstäblich das Leben gerettet hatte», erklärt der Autor. «Ich fiel einfach auf die Knie und erkannte in diesem Moment, dass er es war – es war Jesus.»
Eine neue Aufgabe
Sein Glaube brachte einige Diskussionen mit Kollegen mit sich, die ihn als «bibelschwingend» bezeichneten, als er mit ihnen über einen Schöpfer argumentierte. Zweimal rieten ihm Vorgesetzte, sich zu «beruhigen», nachdem er sich am Fernsehen über den Glauben geäussert hatte, aber im Allgemeinen hatte seine Bekehrung keine weiteren professionellen Konsequenzen. Doch er besteht darauf, dass er lieber Rückschläge in Kauf nehmen würde, als zu dem Menschen zurückzukehren, der er früher war, der Gott nicht wirklich kannte: «Ich musste immer so tun, als sei ich mit allem zufrieden und sicher, währende es unter der Oberfläche ganz anders aussah.»
Heute hat der Glaube sein Leben «beruhigt». Die Schöpfung sieht er als gewolltes Design an, und er fürchtet den Tod nicht mehr. «Es ist nicht so, dass ich sterben möchte. Ich möchte so lange wie möglich leben», sagt Harper. «Aber ich glaube, ich habe eine Aufgabe bekommen – den Menschen die Wahrheit zu vermitteln, die da ist, und die sehr einfach zu verstehen ist. Und vor dem Tag, der uns allen bevorsteht, habe ich keine Angst mehr.»
Und er fügt hinzu: «Denn ich glaube wirklich, dass dieser Tag etwas Wunderbares ist. Und das erfüllt einen mit Freude.»
Zum Thema:
Leiden mit Ende: «Glaube ich trotzdem, dass Gott es gut meint mit mir?»
Studie an christlichen Schulen: Bessere «mentale Gesundheit» bei restriktiver Handy-Politik
Brave beLIFE Talk mit Susanna Aerne: Was du über mentale Gesundheit wissen solltest