Wege zum Glauben

Wir dürfen Kinder auf ihrem Glaubensweg ein Stück begleiten (Symbolbild)
Zwischen Zähneputzen und Schlafengehen stellen Kinder grosse Fragen über Gott. Wie finden sie zum Glauben? Gedanken von der KIFO-Konferenz zeigen: Glaube lässt sich nicht machen – aber wir können Wege öffnen.

«Papi, hört Gott unsere Gebete auch in der Nacht?» Ich war kurz irritiert. «Ja, natürlich. Wie meinst du das?» – «Ja, wenn bei uns Nacht ist, ist es in Panama Tag – dann ist Gott mit all den Gebeten dort beschäftigt.» Solche Sätze höre ich oft zwischen Zähneputzen und Schlafengehen. Kinder denken über Gott nach, während wir vorwärts machen wollen. In diesem Artikel freue ich mich, Gedanken von der KIFO-Konferenz für Kindermitarbeitende zum Thema «Wege zum Glauben» mit der neuen Glaubensmap zu teilen.

Solche Fragen wie oben zeigen: Kinder haben ihre eigenen Wege zum Glauben – manchmal chaotisch, oft überraschend, aber mitten im Alltag. Viele Eltern und Mitarbeiter in der Arbeit mit Kindern wünschten sich eine Anleitung «Was wir tun müssen, damit ein Kind zum Glauben findet». Die ehrliche Antwort: Wir können es nicht machen. Glaube entsteht nicht durch geniale Programme oder die richtigen Worte. Wenn ein Kind sich Jesus anvertraut, ist es immer Gnade.

Doch gibt es Muster, die in der Bibel (z.B. Psalm 78) und im Alltag immer wieder vorkommen. Wie der Dreisatz «Belong – Believe – Behave» (Dazugehören – Glauben – Handeln).

Dazugehören

Bevor ein Kind glaubt, fragt es: Bin ich hier richtig? Darf ich so sein, wie ich bin? Zugehörigkeit ist kein Extra, sondern der Boden, auf dem alles wächst. Auf der Glaubensmap finden sich viele Szenen, in denen Kinder schlicht dazugehören: Sie sind mitten im Geschehen, werden gesehen und geliebt – ohne Vorleistung. Ein Kind, das erlebt: «Ich gehöre bei Jesus dazu», kommt innerlich zur Ruhe und öffnet sein Herz für Gott.

Glauben

Aus Zugehörigkeit wächst Vertrauen. Glaube beginnt nicht beim Verstehen, sondern wo Kinder wagen zu sagen: «Ich brauche Jesus». Auf der Map helfen Menschen anderen, auf Gott zu vertrauen: im Gebet, im Zuhören, im gemeinsamen Staunen. Echter Glaube zeigt sich, wenn ein Kind merkt: «Mit meiner Unvollkommenheit bin ich nicht lästig, sondern geliebt von Jesus.»

Handeln

Christian Zwicky

Wenn Vertrauen Wurzeln schlägt, wächst Nachfolge fast automatisch. Kinder wollen plötzlich die Bibel verstehen und danach leben. Nicht aus Pflicht, sondern aus Interesse an Gottes Meinung. Sie leben es nie perfekt, aber echt. So wird Gehorsam nicht zur Last, sondern zur logischen Folge gelebten Vertrauens.

Als Gemeinde schaffen wir keinen Glauben. Aber wir prägen die Atmosphäre, in der Glaube wachsen kann, und wir dürfen Kinder auf ihrem Glaubensweg ein Stück begleiten. Den Rest dürfen wir Gott überlassen und staunend miterleben, welche Wege zum Glauben er mit den Kindern geht.

Dieser Beitrag erschien zuerst im «fegmagazin» mit freundlicher Genehmigung der FEG. Christian Zwicky ist Teil des Leitungsteams der FEG Schweiz im Bereich NEXT GENERATION. Wer die Plenumsvorträge der KIFO von Christian Zwicky (FEG) und Tobi Bendig (Viva Kirche) nachschauen will, findet sie hier:
https://www.youtube.com/@kinderimfokuskifo1513

Zum Thema:
Den Glauben entdecken

KIFO Konferenz 2025: Wie Kinder Glauben entwickeln 
BeziehungsWeise: Kinder-im-Fokus Konferenz in Aarau  

Autor: Christian Zwicky
Quelle: FEG