Freitag, 24. Mai 2024

«Ich habe gewonnen!»

Beatrice Buck erlebte viele Schicksalsschläge in ihrem Leben.
Das Leben von Beatrice Buck ist gezeichnet von Schicksalsschlägen und Krisen. Heute geniesst sie eine Lebensqualität, die sie noch vor wenigen Jahren nicht für möglich gehalten hätte.

Beatrice Buck hatte eine schöne Kindheit – bis ein Unfall ihr Leben nachhaltig veränderte. Im Alter von zehn Jahren wurde sie frontal von einem Auto erfasst, brach sich dabei beide Beine und erlitt einen offenen Schädelbruch.

Eine Nahtoderfahrung

Drei Wochen lag Beatrice im Koma, während Mediziner um ihr Leben kämpften. In der Fernsehsendung «Fenster zum Sonntag» erzählt  kam am anderen Ende in den Himmel. Ein Mann stoppte mich. Er hielt ein Schriftstück, eine Rolle mit meinem Leben in der Hand und sagte: ‹Halt! Bis hierher darfst du, aber nicht weiter. › So ging ich zurück.

Beatrice von ihrem Nahtoderlebnis: «Ich ging durch einen Tunnel und wurde befreit.» Inzwischen ist Beatrice Teil der Freikirche Chrischona Schöftland-Rued und kann sich ein Leben ohne Glauben nicht mehr vorstellen: «Der Glaube hilft mir, Menschen so anzunehmen, wie sie sind. Wenn ich merke, dass ich verletzt werde, bemühe ich mich, die Kränkung zu verarbeiten, ohne verbal auszuteilen.» Früher sei sie dazu nicht fähig gewesen. Schon oft hätten sie Leute auf ihre Veränderung angesprochen und noch heute erzähle sie gern darüber.

 

«Der Glaube hilft mir, Menschen so anzunehmen, wie sie sind. Wenn ich merke, dass ich verletzt werde, bemühe ich mich, die Kränkung zu verarbeiten, ohne verbal auszuteilen.»

In diesem Moment muss ich wieder erwacht sein.» Seit ihrer Zeit im Koma ist Beatrice auf dem rechten Auge blind und hat links eine Gesichtsfeldeinschränkung. Doch sie hat überlebt – wider Erwarten der Ärzte.

Alleinerziehende Witwe mit 21 Jahren

Die Jahre vergingen. Mit 20 Jahren heiratete Beatrice. Kurz darauf wurde ihr Sohn Domi- nic geboren. Dann erkrankte Ehemann Bruno an Krebs. «Es war schlimm!», blickt Beatrice zurück. «Ich musste zuschauen, ohne helfen zu können.» In dieser Zeit begann sie zu beten und fand darin Trost. Nur elf Monate nach der Hochzeit starb Bruno und Beatrice blieb als 21-jährige Witwe mit dem Baby zurück. «Das war eine Katastrophe. Einerseits empfand ich grosse Trauer, andererseits hatte ich meinen Sohn.» Leben und Tod konnten so nahe beieinanderliegen.

Wenn das Leben auseinanderfällt

Als Dominic von zu Hause auszog, verlor Beatrice den Halt in ihrem Leben. Sie fragte sich: «Wozu stehe ich morgens eigentlich auf?» Das Leben schien sinnlos. Sie war 45 Jahre alt, arbeitslos, ausgesteuert und bezog eine Invalidenrente. «Ich bezahlte meine Rechnungen nicht mehr, ging nicht mehr zum Arzt und fügte mir selbst Schmerzen zu. Ich konnte mich selbst nicht akzeptieren.» Eine Freundin erkannte den Ernst der Lage und sorgte dafür, dass Beatrice innerhalb der Stiftung Wendepunkt eine Wohngelegenheit fand. Dies wurde tatsächlich zu einem Wendepunkt in ihrem Leben: «Ich lernte, mein Leben wieder in die Hand zu nehmen.» Für die empfangene Hilfe ist Beatrice heute noch dankbar. «Nachdem ich in den Wendepunkt kam, gingen mir die Augen auf», erzählt sie «Hope». «Mir wurde gesagt, wer ich bin und was ich kann.» Bisher war ihr Leben überschattet gewesen von einem Gefühl der Unzulänglichkeit.

«Ich lernte, mein Leben wieder in die Hand zu nehmen.»

Ein neues Leben

Beatrice dachte, eine gläubige Christin zu sein, doch der Besuch einer christlichen Veranstaltung öffnete ihr 2018 neue Dimensionen. Gott schien plötzlich greifbar und real.

«Es hat mich richtig reingezogen. Noch am selben Abend entschied ich mich: Ich folge Jesus! Alle Belastungen fielen von mir ab, ich wurde befreit.» Inzwischen ist Beatrice Teil der Freikirche Chrischona Schöftland-Rued und kann sich ein Leben ohne Glauben nicht mehr vorstellen: «Der Glaube hilft mir, Menschen so anzunehmen, wie sie sind. Wenn ich merke, dass ich verletzt werde, bemühe ich mich, die Kränkung zu verarbeiten, ohne verbal auszuteilen.» Früher sei sie dazu nicht fähig gewesen. Schon oft hätten sie Leute auf ihre Veränderung angesprochen und noch heute erzähle sie gern darüber.

«Der Glaube hilft mir, Menschen so anzunehmen, wie sie sind. Wenn ich merke, dass ich verletzt werde, bemühe ich mich, die Kränkung zu verarbeiten, ohne verbal auszuteilen.»

Gemeinschaft tut gut

Seit 2020 führt Beatrice ein selbstständiges Leben. Anfänglich fürchtete sie, in alte Muster zurückzufallen, doch dank Hilfe und sorgfältiger Vorbereitung gelang ihr der Schritt. Bei der Stiftung Wendepunkt fand sie sogar eine Arbeitsstelle, wodurch sich ein weiterer Wunsch erfüllte. «Ich habe wieder eine Aufgabe und mehr Lebensqualität», sagt sie und strahlt. Nach dem Grund gefragt, weshalb sie ihr Leben in neuer Qualität geniessen könne, erwähnt Beatrice ihren Glauben. Sie betont den grossen Gewinn, die Bibel zu lesen, sich einer christlichen Gemeinschaft anzuschliessen und Menschen um sich zu haben, denen sie sich anvertrauen könne. Auch die Stiftung Wendepunkt war für sie ein Ort der Veränderung. «Hier wird jede Person so genommen, wie sie ist», sagt Beatrice. Ohne Druck gefördert zu werden, ist eine gute Voraussetzung, um seelisch zu gesunden. «Egal wie tief man in Schwierigkeiten steckt – wenn jemand aus seinem Dunkel hinaus will, ist es möglich, wieder ans Licht und ins Leben zu finden.»

Neue Perspektive

«Ich habe gewonnen», sagt Beatrice am Ende des TV-Beitrags vom 8. Januar 2022. «Ich lebe hier an einem wunderschönen Ort mit vielen lieben Leuten. Für mich ist es das Paradies auf Erden.» Der Beitrag brachte in ihrem Leben einiges in Bewegung. Es gab viele Reaktionen, Leute wurden von ihrer Geschichte angesprochen. Und Beatrice erfuhr, wie sie gerade aufgrund ihrer schweren Erfahrungen andere ermutigen kann. Das gibt ihrem Leben zusätzlichen Sinn.

Autor: Markus Richner-Mai
Quelle: Hope Schweiz Nr. 2