Antike christliche Kunst in der Türkei entdeckt

Ein Fresko aus dem dritten Jahrhundert n. Chr. mit einer Darstellung Jesu, das in Iznik entdeckt wurde
Archäologen haben in İznik in der Türkei ein Wandgemälde aus dem 3. Jahrhundert entdeckt, das Jesus als den guten Hirten darstellt. Während İznik kein geläufiger Name sein mag, ist sein antiker Name Nicäa Christen möglicherweise besser bekannt.

Das Wandgemälde, das sich in einem relativ guten Zustand befindet, ist das Herzstück mehrerer Fresken in einem unterirdischen Grab in der Nekropole von Hisardere nahe der Stadt İznik.

Im Jahr 325 nach Christus war die Stadt Schauplatz des Ersten Konzils von Nicäa, eines entscheidenden Ereignisses in der frühen Christenheit, bei dem Konstantin, der erste christliche römische Kaiser, Kirchenführer aus der gesamten bekannten Welt einlud, um zentrale Fragen der Glaubenslehre zu klären.

Jesus trägt ein Schaf

Das Ergebnis war das Nizänische Glaubensbekenntnis, die grundlegende Erklärung des christlichen Glaubens, auf der alle grossen Konfessionen – katholisch, protestantisch und orthodox – aufbauen.

Das neu entdeckte Wandgemälde von İznik zeigt Jesus als jungen Mann in einer schlichten Tunika, der ein Schaf auf seinen Schultern trägt. In der Hand hält er eine Dattelpalme, ein Symbol für ewiges Leben und Auferstehung.

Weitere auf den Fresken dargestellte Szenen zeigen ein verstorbenes aristokratisches Paar auf einer Totenbahre sowie ein Symposion (ein gesellschaftliches Treffen nach dem eigentlichen Mahl) mit Dienern. Kreuze sind nicht abgebildet, da frühe Christen aufgrund von Verfolgung bei der Wahl ihrer Bildsprache oft vorsichtig waren.

Restauration soll bald beginnen

Ein Archäologe arbeitet an den Fresken, die im Grab von Iznik gefunden wurden

Obwohl das Wandgemälde bereits im August des vergangenen Jahres entdeckt wurde, wurde seine Existenz erst im November öffentlich bekannt gegeben, kurz nachdem Papst Leo XIV. İznik besucht hatte. Der Papst hielt sich in der Stadt auf, um den 1700. Jahrestag des Konzils von Nicäa zu begehen. Während seiner Reise durch die Türkei wurde ihm Berichten zufolge vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan eine Reproduktion der Kacheln des Freskos überreicht.

Die Archäologen hoffen, dass die Entdeckung neue Einblicke in das Leben der frühen Christen liefern wird, und planen, in naher Zukunft mit der Restaurierung des antiken Kunstwerks zu beginnen.

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Autor: Christian Today / Daniel Gerber
Quelle: Christian Today / Übersetzung: Livenet

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