Frau kauft Schloss, um Gott zu dienen

Sherry Pogue
Im Jahr 2016 erwarben Sherry Pogue und ihr inzwischen verstorbener Ehemann Alan das 560 Quadratmeter grosse Château Claire Fontaine mit vier Etagen und zwölf Schlafzimmern, um den Dienst «Restored & Renewed Ministry» ins Leben zu rufen.

«Es hat sogar einen Turm», sagt die 69-jährige Sherry Pogue über das Anwesen, das ursprünglich als Landsitz eines Pariser Bürgermeisters im Osten Frankreichs diente.

Das 1870 erbaute Château Claire Fontaine, das den Dienst «Restored & Renewed» beheimatet, liegt in einem Dorf mit nur 75 Einwohnern und heisst heute christliche Missionare und ihre Familien aus aller Welt willkommen. Sie wohnen dort kostenlos und finden Ruhe und neue Kraft.

«Unser Ziel ist es, Missionare im Einsatz zu halten», sagt Sherry Pogue, die mit zwei Life-Coaches und einem Pudel namens Teddy zusammenarbeitet. «Überall auf der Welt sind Missionare ausgebrannt.»

Nichts wurde erwartet

Gerade für grössere Missionsfamilien sei jede Art von Urlaub extrem teuer, sagt Sherry Pogue. Hier gebe es viele Möglichkeiten: «Fast zwei Hektar Land in einer wunderschönen, hügeligen Landschaft, das ist ideal zum Radfahren, Spazierengehen und Wandern.»

Luk Brazle, ein Missionar in Gent, beschreibt die «Ruhe und den Frieden von Sherrys Anwesen» als wohltuende Erleichterung. «Ein Ort, an dem wir schlafen konnten, bekocht wurden und an dem nichts von uns erwartet wurde, war heilend», erinnert sich Brazle. «Der Lieblingsaspekt meiner Frau Holly war die friedliche Dorfsituation – und dass sie nicht sozial sein musste.»

Seine Kinder schlossen schnell Freundschaft mit einer Missionsfamilie aus Afrika. «Es war schön zu sehen, wie leicht ‘Third Culture Kids’ miteinander in Kontakt kommen», sagte Brazle.

Sie begann, Fragen zu stellen

Im Schloss von Sherry Pogue können Missionare kostenlos Ferien machen

Bevor Sherry Pogue nach Frankreich zog, arbeitete sie als Lehrerin, Schulleiterin und Beraterin an christlichen Schulen in den USA. Die Mutter von drei Kindern und Grossmutter von acht Enkeln entwickelte ihr Interesse an internationaler Missionsarbeit, als ihr Mann im Mitarbeiterteam der «Levy Church of Christ» in North Little Rock, Arkansas tätig war.

«Die Mitarbeit im Missionsausschuss hat mir erst richtig bewusst gemacht, dass wir uns nicht immer gut um unsere Missionare kümmern. Also begann ich, Fragen zu stellen, zu beobachten und noch mehr Fragen zu stellen. Gleichzeitig liess ich mich zur Beraterin ausbilden.» Auf diesem Weg habe Gott ihr eine Vision für den Dienst gegeben, den sie in diesem westeuropäischen Land gründete.

«Gott hat das ganz offensichtlich gelenkt»

Passenderweise begann sie bereits in der Mittelstufe, Französisch zu lernen, setzte es in der High School fort und studierte die Sprache während ihres Grundstudiums der Grundschulpädagogik. «Man blickt zurück und erkennt: Gott hat das ganz offensichtlich gelenkt», sagt Sherry Pogue.

Wie die meisten französischen Dörfer verfügt auch Sherry Pogues Wohnort über eine alte katholische Kirche. Doch wie viele Gotteshäuser in diesem säkularen Land ist sie grösstenteils geschlossen und hat keinen Priester.

Seit mehreren Jahren hilft Pogue dabei, dort einen Weihnachtsgottesdienst für die Dorfgemeinschaft zu organisieren. Zudem empfängt das Dorf regelmässig französische Studierende der Harding University, die während ihrer jährlichen Sommertouren durch den französischsprachigen Raum in der Kirche singen.

Zum Ehrenbürger ernannt

«Jedes Mal kamen über 100 Menschen», sagt Robert McCready, der seit 25 Jahren Französisch an der Harding University unterrichtet. «Zwischen den Liedern sprachen wir über den Herrn Jesus.» Danach gibt es Desserts und man unterhält sich ein bis zwei Stunden mit den Leuten.

«Das war sehr ermutigend, so sehr, dass mich der Bürgermeister vor zwei Jahren zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannte», so Robert McCready, der selbst 20 Jahre als Missionar in Frankreich tätig war, bevor er Professor wurde. «Es gibt Hoffnung für Frankreich.»

Pogue selbst feiert jeden Sonntag Gottesdienst mit den Menschen, die gerade zu Besuch sind. «Manchmal hier im Schloss und manchmal – wenn das Wetter herrlich ist – treffen wir uns an den Ruinen einer Festung aus dem 11. Jahrhundert, buchstäblich am oberen Ende meiner Strasse.» An jedem Sonntag versammeln sich andere Menschen.

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Autor: Bobby Ross Jr. / Daniel Gerber
Quelle: Christian Chronicle / gekürzte Übersetzung: Livenet

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